Sigmundskron, Monte Piano und Franzensfeste

Bild Martin Depian

Seit ein paar Jahren feiern die Südtiroler in NRW ihr traditionelles Herbstfest nicht mehr im Brunosaal in Köln, sondern laden zu einer zünftigen Wander- und Kulturfahrt nach Südtirol ein. Ziel der einwöchigen Reise war zum wiederholten Mal Niederdorf im Hochpustertal.

 Im Hotel „Weiherbad“ hat man ein zweites Zuhause gefunden, denn Gastwirtin Monika und ihr Team verstehen es den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu gestalten und erfüllen (fast) alle Wünsche.

Das Team

Der erste Vorsitzende Gerd Heinze hatte wie in all den Jahren zuvor ein attraktives und abwechslungsreiches Programm auf die Beine gestellt, galt es doch den verschiedenen Ansprüchen und Anforderungen der Mitglieder und Gäste gerecht zu werden.

Zu Beginn der Tour erfreute das herrliche Herbstwetter die Herzen der Wanderer.  Erstes Ziel war der „Helm“. Mit der Kabinenbahn ging es auf den 2433 Meter hohen Hausberg der Sextener. Vom Hochplateau aus öffnete sich ein wunderschönes Wandergebiet, das für alle den geeigneten Weg bereithielt.

Dann kamen die historisch Interessierten und Nostalgiker auf ihre Kosten. Zuerst wurde Sigmundskron angesteuert. Die Burg- und Festungsanlage gilt als Symbol der Autonomiebemühungen und ist für Südtiroler zum politischen Wallfahrtsort geworden. Hier fand 1957 die Großkundgebung unter dem Motto „Los von Trient“ statt. Zwei verdiente Vereinsmitglieder der ersten Stunde – Helmar Solderer und Erich Bachmann – waren damals in jungen Jahren dabei und sie erstatteten uns als Zeitzeugen Bericht von den damaligen Geschehnissen und ihren persönlichen Eindrücken. Am nächsten Tag ging es mit dem Jeep in halsbrecherischer Fahrt – nichts für schwache Nerven – auf die Hochfläche des Monte Piana in den Sextener Dolomiten. Das atemberaubende Panorama kann nicht über die schrecklichen Grausamkeiten des Gebirgskrieges 1915 – 1918 zwischen Österreichern und Italienern hinwegtäuschen. Das Freilichtmuseum mit seinen Schützengräben, Stollen und rostigem Stacheldraht führte uns die Sinnlosigkeit des Krieges plastisch vor Augen.

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Am letzten Tag statteten wir der Festung Franzensfeste im Eisacktal einen Besuch ab. Der riesige Bau (1833 -38 errichtet) ist die größte historische Anlage Südtirols. Sie verlor aber bereits nach Baubeginn ihre militärische Bedeutung und versank für lange Zeit in einen Dornröschenschlaf. Immer noch beeindruckend ist das Gewirr von Räumen, Gängen und Stollen und besonders die ins Endlose führende Treppe im Innern mit ihren 433 Stufen, die die Talwerke mit den Höhenwerken verbindet. Abschließend war noch Zeit, sich im BBT-Infopoint (Brennerbasistunnel) über Baumaßnahmen der modernen Zeit zu informieren.

 

Spaß und Geselligkeit durften selbstverständlich auch nicht fehlen. Getörggelt wurde in Gais im Gasthof „Hotel Sonne“ und beim obligaten Tiroler Abend wurden die Kehlen geölt und die müden Beine beim Tanzen wieder in Schwung gebracht. Auch an den sonstigen Abenden kam bei Gesang und Musik lebhafte Stimmung auf. Kein Wunder, dass die Tage im Pustertal wie im Fluge vergingen und alle – auch die diesmal zahlreich mitgereisten Kinder – mit einem Sack voll bleibender Erinnerungen die Rückreise ins Rheinland antraten.

Am Rande bemerkt: Selbst Vinschger fühlen sich inzwischen im Pustertal zusehends wohler – nicht zuletzt dank der Wirtin Monika und ihrer charmanten Theken(frau)schaft.

Egon Santer

Bilder Ilona Mutschlechner

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