Perlaggen

Mitteilung der Perlaggerfreunde - Schlanders

Sehr geehrter Herr Santer,
Herr Erwin Tumler hat mich gebeten Ihnen den letzten Rundbrief unserer Arbeitsgemeinschaft zuzusenden. Wir danken Ihnen, dass Sie unsere Initiative an Ihre Mitglieder in NRW weitergeleitet haben. Wir hoffen, dass diese auch die folgenden Informationen interessieren. 
Mitteilung der Perlaggerfreunde

Liebe Südtiroler:innen , liebe Zocker:innen,

die Arbeitsstelle Bozen der Südtiroler in der Welt hat uns mit einem ungewöhnlichen Anliegen betraut. Der Perlagger Club Schlanders möchte eine Plattform zum digitalen Perlaggen erstellen und sucht dafür Interessierte, die ihn unterstützen und mit Anregungen weiterhelfen.
Ich weiß, dass Südtiroler gerne und leidenschaftlich Kartenspielen und vielleicht ist unter euch der Eine oder Andere, der sich für ein digitales Perlaggen interessiert und mit den Schlandersern in Kontakt treten möchte (siehe unten).

Herzliche Grüße an alle Geimpfte und die es noch vor sich haben!!
Egon Santer (Verein Südtiroler NRW)

Perlaggen digital

Entwicklung einer Plattform zum ortsunabhängigen, digitalen Perlaggen 

 

Das Perlaggen – ein historisches Kartenspiel

Perlaggen ist ein historisches Kartenspiel, dessen Ursprung im Etsch- und Eisacktal liegt. Die Anfänge des Perlaggens lassen sich bis ins 19. Jahrhundert zurückverfolgen. Bereits im ältesten Perlaggerbüchlein aus dem Jahr 1853 wird von diesem Spiel berichtet. Beim ersten Perlaggerkongress, der am 19. April 1890 in Innsbruck tagte, wurden die Erfinder, sowie der Ort und das Erfindungsjahr festgelegt. Als Erfinder wurden dabei die Kanzlisten Alois von Perkhammer und Josef Pfonzelter und die Forstbeamten Ferdinand Gile und Johann Saxer, als Entstehungsort das Bozner Gasthaus „Zum Pfau“ und als Erfindungsjahr das Jahr 1833 festgelegt. Ebenso wurden bei diesem Kongress Spielregeln festgehalten, die jedoch nicht immer genau eingehalten wurden bzw. in den meisten Orten verändert wurden.

Das variantenreiche Perlaggen wurde von der Österreichischen UNESCO-Kommission zum immateriellen KULTURERBE erhoben. Die feierliche Übergabe der Urkunde erfolgte am Freitag 17. Juni 2016 im schönen Planetensaal des Schloss Eggenberg in Graz. Die Delegation des “Förderkreis PERLAGGEN Südtirol”, Hans Mathà und Josef Plankensteiner, hat an diesem “Perlagger-Großereignis” teilgenommen. Es war ein großer Freudentag für alle Tiroler Perlagger nördlich und südlich des Brenners.

Daraufhin wurde am 10. September 2016 in Bozen am Haus des ehemaligen „Gasthof Pfau“ in der Bindergasse Nr. 5, eine Gedenktafel angebracht. Die Feier umrahmte die Sängergruppe des Perlagger-Club Schlanders mit dem Perlaggerlied von Sepp Thaler.

Der Perlaggerclub Schlanders

Der Perlaggerclub Schlanders (www.perlagger.org) wurde im Jahr 2013 gegründet und zählt aktuell 57 Mitglieder. Die Aktivitäten des Vereins gelten der Förderung und Pflege des Kartenspiels, sowie der Geselligkeit und dem Austausch zwischen den Club-Mitgliedern und mit anderen Spielern in ganz Tirol. Im Zuge dessen werden wöchentliche Perlagger-Abende abgehalten, Perlagger-Kurse angeboten und Turniere (Club- und Vinschgau-Meisterschaft) organisiert.

Die Projektidee

Grundkonzept:

Mit Beginn der Pandemie mussten die Vereinsaktivitäten gänzlich eingestellt werden. Dies wurde von allen Mitgliedern sehr bedauert, da bis dahin normalerweise mindestens einmal wöchentlich Treffen stattfanden.

Um für weitere Durststrecken gerüstet zu sein, arbeiten wir deshalb an der Konzeption und Umsetzung einer Online-Perlagger-Plattform, die ein ortsunabhängiges Spielen ermöglichen soll. Über die Digitalisierung dieses Kartenspiels möchten wir es in das „moderne“ Zeitalter überführen, das Spiel weiter verbreiten sowie die Begeisterung auch bei jungen Menschen wecken – um somit verschiedene Generationen zusammenzuführen.

Details:

In den letzten Monaten wurde eine Machbarkeitsstudie durchgeführt. Dabei ist ein Oberflächenprototyp entstanden, welcher zum einen als gemeinsame Gesprächsgrundlage und zum anderen als Grundlage für eine detaillierte Kosten- und Aufwandschätzung für die Umsetzung dient. Nachfolgend ist ein Screenshot dieses Prototyps aufgeführt:

Abbildung 1: Hauptansicht Spieltisch

Der hier dargestellte „digitale“ Spieltisch bildet den aktuellen Spieltisch ab und entspricht damit der Hauptansicht des Onlinespiels. Jeder Spieler sieht seine eigenen Spielkarten, die von jedem Spieler bereits gelegten Spielkarten sowie den Status der Spieler. Über diesen Spieltisch wird damit das Spielen mit all seinen Eigenheiten wie z.B. das Bieten und Halten des Gleich etc. ermöglicht. Das „Deuten“, welches als Kernelement des Spieles zu sehen ist und es den Spielern ermöglicht, miteinander visuell, aber auch mit Sprache zu kommunizieren, soll über die Integration eines Sprachchats ermöglicht werden. Damit fällt zunächst zwar das „visuelle Deuten“ weg. Die Nutzung einer Webcam aber wird auf Grund des eingeschränkten Platzes auf dem Bildschirm sowie der hohen Hürde, eine Webcam nutzen zu müssen, aktuell nicht empfohlen.

Nachfolgend sind noch weitere Screenshots aufgeführt:

Abbildung 2: Ansicht Tische, Neuen Tisch anlegen

Abbildung 3: Ansicht Abheben

Abbildung 4: Ansicht Spielende

Umgesetzt werden soll die Plattform als WebApp, welche somit in jedem Browser nutzbar wird. Auf Grund des Platzbedarfes wird die App zunächst für Desktop/Laptop und Tablet optimiert.

Finanzierung:

Finanziert wird die Machbarkeitsstudie von einigen Perlagger-Club Mitgliedern und um die Online-Plattform fertigzustellen, werden wir versuchen, einen Beitrag vom Amt für Kultur einzuholen und Sponsoren für dieses alte Tiroler Kartenspiel zu finden. Sowie ein Crowdfunding zu starten.

 

Partner:

Die Umsetzung und Entwicklung der geplanten Plattform wird in Zusammenarbeit mit der Firma Netscrapers durchgeführt. Die Netscrapers sind ein junges IT-StartUp mit Büros in Berlin, Jena und Schlanders. Der Fokus liegt darin, kleinen und mittleren Unternehmen bei der Planung, Umsetzung und Nutzung digitaler Technologien wie z.B. Künstliche Intelligenz, Big Data, Cloud Computing und IoT zu unterstützen und diesen den Zugang zu diesen Technologien zu ermöglichen. Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf der Entwicklung von digitalen Lösungen und Produkten, welche ein konkretes Problem der Unternehmen lösen. So wird in der Regel vorhandenes Wissen über Prozesse, Verfahrensweisen und Abläufe digital abgebildet und mittels Smartphone Apps oder Webanwendungen dem Menschen nutzbar gemacht. Das Ergebnis davon ist häufig eine Erleichterung der zu tätigenden Arbeit, Kosteneinsparung durch die Automatisierung und Skalierung oder neue Geschäftsmodelle durch Optimierung.

Die direkte Zusammenarbeit findet mit Christian Stolcis, einem der Gründer und Informatiker, in Schlanders statt. Um eine möglichst authentische Umsetzung der Online-Perlagger-Plattform zu ermöglichen, ist Christian aktuell dabei, das Perlagger- Spiel zu erlernen.

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.  Mehr erfahren